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Man würde es vielleicht nicht erwarten, aber seit dem Jahr 2000 ist Dänemark ein echtes Weinland. Etwa 100 leidenschaftliche Winzer sind gewerblich im Weinbau tätig. Dabei werden oft sogenannte Hybrid-Rebsorten verwendet, die in einem kühlen Klima gut gedeihen. Dank dieser Trauben und der globalen Erwärmung werden dänische Weine immer besser.

Der Weinbau begann in Dänemark Anfang der 1990er Jahre durch eine Gruppe begeisterter Amateure. Sie schlossen sich 1993 zur Dänischen Weinvereinigung zusammen. Sie übten Druck auf die Regierung aus, Dänemark von der EU als Weinland anerkennen zu lassen, damit sie ihr Hobby irgendwann zum Beruf machen konnten. Im Jahr 2000 gelang es: Die EU erkannte Dänemark als Weinland an. Der nördlichste der gesamten EU.
Damals gab es nur zwei Weingüter, die wirklich kommerziell arbeiten konnten und ihre begrenzte Ernte war schnell ausverkauft. Die Zahl der professionellen Winzer stieg im Jahr 2020 auf rund hundert, und diese Zahl scheint sich nun zu stabilisieren.
Dänische Weinberge sind über das ganze Land verteilt, insbesondere nahe der Nordseeküste und auf den östlichen Inseln. Dänemark unterscheidet vier geschützte Weinanbaugebiete (man könnte sagen: Appellationen): Jütland, Fünen, Seeland und Bornholm. Das Klima ähnelt dem unseren, in Küstennähe sind die Weinberge im Frühjahr vor Frost geschützt.
Da dänische Weintrinker mehr Rot- als Weißwein trinken, bauten die Winzer zunächst hauptsächlich blaue Sorten an. Rondo ist die beliebteste blaue Sorte, gefolgt von Leon Millot, Regent, Cabernet Cortis und Bolero. Allerdings ist es im kühlen dänischen Klima einfacher, guten Weißwein (Still- und Schaumwein) herzustellen als Rotwein. Daher haben im Laufe der Jahre die weißen Rebsorten die Oberhand gewonnen, allen voran die Sorte Solaris, die auf dem dänischen Terroir sehr gut gedeiht. Momentan sind etwa gleich viele blaue und weiße Trauben angepflanzt.
Die Qualität dänischen Weines steigt seit Jahren. Das Klima bleibt für dänische Winzer eine Herausforderung. Größe und Qualität der Ernte variieren von Jahr zu Jahr. Und damit auch die Flaschenanzahl. Grob gesagt schwankt diese Zahl zwischen 100.000 und 200.000 Flaschen pro Jahr. Die zehn größten Weinunternehmen sind für mehr als die Hälfte der dänischen Produktion verantwortlich. Typischerweise verfügen sie über etwa 5 bis 10 Hektar Weinberge pro Betrieb. Diese Größe steht in krassem Gegensatz zu den südlichen Ländern, wo große Weinunternehmen 50 Mal so viele Weinberge besitzen.
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