Österreichischer Wein erfreut sich großer Beliebtheit. Dabei handelt es sich überwiegend um kleine Familienbetriebe, die seit Generationen mit großer Sorgfalt und Hingabe hervorragenden Wein herstellen. Die Qualität ist durch die Bank hoch, es ist schwer, einen schlechten österreichischen Wein zu finden. Sie überzeugen durch Fruchtigkeit, Reinheit und Mineralität. Die Weißen sind knackig und frisch, die roten österreichischen Weine elegant und fruchtig.

Der Grüner Veltliner ist der Nationalstolz Österreichs. Er nimmt bis zu einem Drittel der Weinberge ein. Der Riesling ist Österreichs andere große weiße Rebsorte. Der weiße Muskat Ottonel ist im Kommen. Der würzige Wein aus dieser Traube wird von österreichischen Winzern oft herb und trocken ausgebaut. Schon mal was von Neuburger, Welschriesling oder Rotgipfler gehört? Auch typisch österreichische Weißweintrauben und eine Verkostung wert. Bekannter sind der Chardonnay und der Sauvignon Blanc. Letzterer produziert in der Steiermark mineralische Weißweine, die zu den besten der Welt zählen.
Die Trauben Zweigelt, Sankt Laurent und Blaufränkische sind Österreichs 'blaue Dreifaltigkeit'. Sie haben mehr als eine Sache gemeinsam! Zwischen dem St. Laurent und dem Blaufränkisch bestand im frühen 20. Jahrhundert eine Beziehung. Daraus entstand der Zweigelt. Die ganze Familie ist elegant und vor allem sehr fruchtig. Darüber hinaus werden französische Trauben angebaut, beispielsweise Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Merlot.
Im Jahr 2018 haben die österreichischen Behörden vier weitere Rebsorten zur Herstellung von Qualitätsweinen zugelassen: Blütenmuskateller, Muscaris, Souvignier Gris und Goldmuskateller. Bei den ersten drei handelt es sich um sogenannte Hybriden, die nahezu resistent gegen Krankheiten wie beispielsweise Mehltau sind. Noch sind Weine aus diesen Trauben nicht sehr verbreitet auf dem Markt, aber das wird sich in den nächsten Jahren sicherlich ändern.
Sind Sie vor 1975 geboren? dann erinnern Sie sich vielleicht an den 'Frostschutzskandal' von 1985. Es stellte sich heraus, dass einige unseriöse Hersteller ihre Weine künstlich süßten. Der Skandal wurde in der internationalen Presse ausführlich behandelt. Der österreichische Weinexport kam zum Erliegen. Paradoxerweise führte der Skandal zu einem enormen Qualitätsschub. Es wurden strenge neue Weingesetze eingeführt. Die Winzer begannen, hochwertige trockene Weiß- und Rotweine zu produzieren. Eine große Zahl ging auf 'natürliche' oder sogar biologische Weise zur Arbeit.
Österreichische Winzer sind bestrebt, den Charakter der Traube möglichst unverfälscht im Geschmack des Weines zum Ausdruck zu bringen. Beispielsweise wird Chardonnay selten in Holzfässern gelagert. Dadurch würde der spezifische Charakter der Traube verschleiert. Viele Winzer haben eine Vielzahl an Rebsorten angepflanzt. Für jeden Teil des Weinbergs wird mit großer Sorgfalt ermittelt, welche Rebsorte dort am besten gedeiht.
Die österreichischen Winzerfamilien verkaufen ihren Wein vor Ort und an treue Kunden. Eine neue Generation bestens ausgebildeter Winzer hat in den letzten Jahren die Leitung übernommen. Mit viel Liebe zum Detail stellen sie hochwertige Weine her. Dabei wenden sie moderne Erkenntnisse aus ihrer spezifischen österreichischen Weinphilosophie an. Sie möchten sich durch eigene, einzigartige Weine mit erkennbarem Charakter auszeichnen.
Schließlich dürfen wir die österreichischen Süßweine nicht vergessen. Gemeinsam mit Sauternes und Tokaj gehören sie zur absoluten Weltspitze. In den Weingärten rund um den großen Neusiedlersee entsteht eine faszinierende Vielfalt an Spätlesen, Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweinen. Das Besondere daran ist der Ruster Ausbruch. Eine winzige Bezeichnung eines sehr großartigen süßen Dessertweins.