Österreich hat neunzehn anerkannte Weinbaugebiete, von der berühmten Wachau entlang der Donau bis zur Steiermark im Süden. Grüner Veltliner und Riesling sind die bekanntesten weißen Rebsorten, mit Blaufränkisch für die Rotweine des Burgenlands.

Im Folgenden beschreiben wir die wichtigsten österreichischen Weinbaugebiete in alphabetischer Reihenfolge. Im Text findest du Links zu Seiten mit mehr Informationen über die verschiedenen Weinregionen.
Im Burgenland, etwas unterhalb von Wien, sorgt der Neusiedler See für ein für den Weinbau ideales Mikroklima. Die Weinberge auf den sumpfigen Böden rund um den See bieten gute Bedingungen für Edelfäule. Die trockenen Weißweine aus dem Burgenland sind frisch und lebendig, die roten elegant und fruchtig.
Es ist vor allem die Blaufränkisch-Rebe, die Mittelburgenland seinen Ruf als österreichisches Weinbaugebiet für Rotweine eingebracht hat. Sie ist hier in großem Umfang angepflanzt und ergibt charaktervolle rote Qualitätsweine.
Die österreichische Weinregion Neusiedlersee liegt zwischen dem gleichnamigen See und der ungarischen Grenze. Hier entstehen wunderschöne edelsüße Weine: Der flache See erwärmt sich im Sommer stark, morgens ist das Wasser wärmer als die kühle Luft, und Nebel zieht über die Weinberge. Die Trauben werden porös, verlieren Wasser und schrumpfen – honigsüßer Traubensaft bleibt zurück. Aber nicht nur das: Immer mehr Winzer machen auch stilvolle trockene Weiß- und Rotweine von Qualität.
Kein Weinbaugebiet in Österreich bietet eine so enorme Vielfalt an Rebsorten und Weinstilen wie Neusiedlersee-Hügelland. Der Boden auf dem Höhenzug des Leithagebirges enthält Granit, Schiefer, Kalk und prähistorisches Gestein. Die Rebstöcke ziehen ihr Wasser aus diesem mineralischen Boden.
Die wunderschöne, sanft hügelige Landschaft von Südburgenland ist eines der unbekanntesten österreichischen Weinbaugebiete. Die Blaufränkisch-Rebe ist hier sehr wichtig. Obwohl es flächenmäßig der größte Bezirk des Burgenlands ist, gibt es noch keine 500 Hektar Weinberge. Viele Weinberge werden von 'nebenberuflichen' Österreichern bewirtschaftet – Hobbywinzer, die ihren Wein in sogenannten Buschenschanken verkaufen: typisch österreichische Weintavernen, wo man die Weine aus der Region kaufen kann.
Das österreichische Weinbaugebiet Carnuntum liegt östlich von Wien, an der slowakischen Grenze, und stammt noch aus römischer Zeit. Der Boden – mit viel Lehm, Kalk und Löss –, die reichliche Sonneneinstrahlung, der Schutz des Leithagebirges und der warme Wind aus der nordungarischen Ebene bieten schöne Bedingungen für Rotweine. Die meisten werden unter dem Namen Rubin Carnuntum verkauft.
Die Weinberge im Kamptal verdanken ihren Namen dem Fluss Kamp, der mitten hindurchfließt. Es ist eines der renommiertesten österreichischen Weinbaugebiete: Einige der schönsten Rieslinge und Grünen Veltliner werden hier gemacht. Die Weinberge liegen vor allem auf Terrassen entlang der steilen Ufer des Flusses.
Drei verschiedene Klimazonen, würzige Grüne Veltliner, delikate Rieslinge, fruchtige Pinot Blancs und eine Handvoll schön gemachter leichter Rotweine: Das hat das feine österreichische Weinbaugebiet Kremstal zu bieten. Die Weine gibt es in zwei Qualitätsstufen: die klassischen, frisch-fruchtigen Weißweine und die reicheren, volleren Reserves. Letztere gehören zur absoluten Spitze des Kremstals und können oft länger gelagert werden.
Die Weinregion Niederösterreich ist die größte des Landes, im Nordosten Österreichs. Viele Weinberge liegen an steilen Hängen entlang der Donau, zwischen barocken Klöstern und malerischen Dörfern. Der Grüne Veltliner und der Riesling aus Niederösterreich sind weltberühmt.
Das bergige Weinbaugebiet Steiermark liegt im Süden Österreichs und ist die einzige österreichische Weinregion mit mediterranem Klima. Es werden vor allem Weißweine gemacht; die vulkanischen Böden machen sie besonders mineralisch. Die Sauvignon Blancs gehören zu den besten der Welt.
Das Weinbaugebiet Südost-Steiermark ist klein und sehr hügelig. Die Weinberge liegen an den Flanken der vielen Bergkuppen – einst Vulkane. Der fruchtbare, vulkanische Boden verleiht den Weinen einen erkennbaren, mineralischen Charakter. Die meisten werden in Buschenschanken oder direkt ab Keller verkauft, nur ein kleiner Teil wird exportiert. Schade, denn hier entstehen schöne Weine aus einer wunderschönen Vielfalt an Rebsorten.
Bei uns ist es keineswegs weithin bekannt, doch das österreichische Weinbaugebiet Südsteiermark genießt international einen ausgezeichneten Ruf für pikante Sauvignon Blancs und mineralische Chardonnays, die man hier Morillon nennt. Sie können es mit den besten Exemplaren aus Frankreich aufnehmen.
Das Weinbaugebiet Weststeiermark ist mit knapp 500 Hektar Weinbergen das kleinste der Region Steiermark. Weststeiermark ist vor allem berühmt für einen Wein, der nur hier gemacht wird: den Schilcher, einen knochentrockenen Rosé aus der Blauer-Wildbacher-Rebe.
Das Weinbaugebiet Thermenregion hat einzigartige Rebsorten, die man sonst nirgendwo auf der Welt findet – vor allem den Rotgipfler und den Zierfandler. Der Weinbau wurde hier vermutlich um den Beginn unserer Zeitrechnung von den Römern eingeführt: Sie hatten im nahe gelegenen Carnuntum eine große Legionsbasis, und im weiten Umkreis wurden Weinberge angelegt, um die Soldaten mit dem edlen Nass zu versorgen.
Die Region Traisental ist erst seit 2006 ein eigenständiges Weinbaugebiet, doch schon in der Bronzezeit wurde hier Wein gemacht. Mehr als die Hälfte der Weinberge ist mit Grünem Veltliner bepflanzt: fruchtig, leicht würzig, mineralisch und mit frischer Säure.
Im Laufe von Jahrmillionen hat die Donau die Landschaft der Wachau dutzende Meter tief eingeschnitten. Die Weinberge liegen an den steilen Flusshängen; steigt man den Hang hinab, stößt man auf Schichten mineralischen Gesteins mit Granit, Quarzfeldspat, Glimmer und Gneis, aber auch auf Sand, der gegen Ende der Eiszeit mit dem Wind hierher geweht wurde und eine dicke Lösschicht gebildet hat. Diese Vielfalt des Bodens und die steile Lage am Fluss machen das Terroir der Wachau äußerst interessant.
Die österreichische Weinregion Wagram ist – nach österreichischen Maßstäben – ein recht großes Weinbaugebiet mit fast 2.500 Hektar Weinbergen, verteilt auf einen kleinen Landstreifen direkt südlich der Donau und einen viel größeren Teil nördlich des Flusses. In Wagram werden vor allem Weißweine gemacht.
Das Weinviertel ist die größte Weinregion Österreichs. Es liegt in einer wunderschönen Landschaft zwischen der Donau und der tschechischen Grenze, im äußersten Nordosten des Landes, mit einer faszinierenden Vielfalt an Rebsorten und Geschmacksstilen. Die Winzer machen viel pfeffrigen Grünen Veltliner, aber auch Rotweine von Zweigelt, Pinot Noir, Blaufränkisch und Blauburger.
Als einzige Hauptstadt der Welt ist Wien ein eigenständiges Weinbaugebiet. Schon im frühen Mittelalter reichten die Weinberge bis innerhalb der Stadtmauern; heute liegen sie kreuz und quer in den hügeligen Vororten. Machst du einen Ausflug nach Wien? Dann suche einen traditionellen Wiener Heurigen: kleine Weinlokale, über die Stadt verstreut zwischen den Weinbergen, wo du die örtliche Ernte probieren kannst.