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Luxemburg ist eines der kleinsten und kältesten Weinanbauländer der Welt. Die Weinberge liegen auf der Westseite der Mosel, an der Grenze zu Deutschland. Luxemburger Wein ist meist weiß, oft prickelnd und sehr frisch. Ein bisschen muss man es mögen. Im Sommer schmecken sie am besten. Als purer, nicht zu alkoholischer Durstlöscher.

Luxemburg mag zwar ein kleines Weinland sein, aber es ist sicherlich kein neues Weinland. Schon vor 2.500 Jahren bauten die Römer hier am steilen Luxemburger Moselufer Wein an. Das kühle Klima macht es den Winzern nicht immer leicht. Es gibt verhältnismäßig viel Niederschlag und durch Nachtfrost kann es mitunter zu einem Verlust der Ernte kommen. Von der Arbeit in den teilweise sehr steilen Hängen gar nicht zu reden. Die Exporte sind gering, die Luxemburger trinken gerne ihren eigenen Wein. Die gesamte luxemburgische Weinanbaufläche umfasst rund 1.300 Hektar. Die luxemburgischen Weinanbaugebiete erstrecken sich in einem langen Streifen entlang der Mosel.
Die meisten luxemburgischen Weine sind Weißweine und oft Schaumweine (Crémant de Luxembourg). Sie sind im strengen Stil, mit relativ wenig Alkohol und frischen Säuren hergestellt. Rotwein ist selten und wird normalerweise aus Pinot Noir hergestellt. Hinsichtlich der Rebsorten ähnelt Luxemburg dem nahegelegenen Elsass in Frankreich und der Mosel in Deutschland. Sie finden Riesling, Weißburgunder, Spätburgunder und Grauburgunder. Der Rivaner (auch Müller-thurgau genannt) ist die am weitesten verbreitete Rebsorte in Luxemburg. Es garantiert einen hohen Ertrag pro Hektar und versorgt die Einwohner des Großherzogtums mit frischen Tafelweinen. Der Auxerrois ist eine typisch luxemburgische Rebsorte. In diesem kühlen Klima gedeiht der Auxerrois bemerkenswert gut und bringt frische, leicht aromatische Weine hervor. Auch der Elbling ist eine Rebsorte, die Luxemburg auszeichnet. Einst war sie die meistangebaute Rebsorte der gesamten Region, heute ist sie in Deutschland kaum noch anzutreffen. Die Sorte Elbling produziert in Luxemburg leichte, zitronenfrische Weißweine.
Der Trend der letzten Jahre in Luxemburg geht dahin, gehaltvollere Weine herzustellen. Verwendet werden hierfür vor allem Grauburgunder und zunehmend auch Gewürztraminer-Trauben. Eine ziemliche Herausforderung in diesem kühlen Klima. Glücklicherweise ist es den Winzern in den kältesten Jahren erlaubt, den Wein durch Chaptalisierung (Zuckerzugabe) etwas breiter zu machen.
Trotz der geringen Weinberge verfügen die Luxemburger über ein vollwertiges Klassifizierungssystem, das allerdings einige Mängel aufweist. Fast alle Weine haben (dieselbe) Appellation Contrôllée Moselle Luxembourgeoise. Als Verbraucher sind Sie dadurch nicht viel klüger. Die luxemburgischen Weine werden im Labor geprüft und von einer Jury verkostet. Die besten Weine dürfen die Bezeichnung 'Vin Classé', 'Premier Cru' oder 'Grand Premier Cru' auf dem Etikett tragen. Aber täuschen Sie sich nicht, es handelt sich auch hier um recht leichte, frische Weißweine oder Schaumweine.
Das kalte Klima kann für den luxemburgischen Winzer eine Sorge sein. jeder Nachteil hat seinen Vorteil. Seit etwa fünfzehn Jahren experimentieren Winzer mit Eisweinen und Vins de Paille (Süßwein aus getrockneten Trauben). Dies tun sie unter anderem mit Auxerrois und Riesling. Die Ergebnisse sind ganz nett.
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