Spanien hat mehr als zwanzig Weinregionen, vom weltberühmten Sherry aus Andalusien bis zu den kraftvollen Rotweinen von Ribera del Duero und La Rioja. Eine enorme Vielfalt an Klimazonen, Rebsorten und Weinstilen auf der zweitgrößten Rebfläche der Welt.

Im Folgenden beschreiben wir die wichtigsten spanischen Weinregionen in alphabetischer Reihenfolge. Im Text findest du Links zu Seiten mit mehr Informationen über die verschiedenen Weinregionen.
Die Region Andalusien ist die Heimat eines der bekanntesten Weine der Welt: Sherry, seit Jahrhunderten ein viel getrunkener Qualitätswein. Der charakteristische Geschmack hat mit der langen und besonderen Reifung des Weins zu tun. Aber Andalusien bietet weit mehr als Sherry – in Málaga und Granada werden zum Beispiel sehr interessante 'gewöhnliche Weine' gemacht.
Die spanische Weinregion Aragón liegt im Nordosten des Landes, von den Pyrenäen bis in die Mitte Spaniens. Der Norden ist grün; im Süden haben die Winzer mit kurzen, heißen Sommern und kalten Wintern zu tun. Die Weine aus Aragón sind auf dem Vormarsch, vor allem dank der einfallsreichen Winzer aus dem nördlichen Somontano.
Die Region Baskenland ist eine der kleinsten Weinregionen Spaniens. Hier werden frische weiße Txakoli-Weine aus der einheimischen Hondarribi-Zuri-Rebe gemacht. Die Produktion ist gering und der Export nahezu null – gerade deshalb ein schönes Ziel für abenteuerlustige Weintrinker.
Auf Mallorca, Menorca und Ibiza kann man nicht nur sonnenbaden, man kann dort auch Wein von lokalen Winzern probieren. Zusammen bilden sie die spanische Weinregion Balearen. Mallorca ist die beste Wahl: Hier wird ordentlicher Wein gemacht, der die Insel meist gar nicht verlässt.
Der Weinbau auf den Kanarischen Inseln entstand schon im 15. Jahrhundert, als spanische und portugiesische Entdecker gerne ein Fässchen davon mitnahmen. Es gibt neun DOs auf den Inseln; die besonderen sind Teneriffa und Lanzarote. Wie die anderen Inseln vulkanisch, aber noch immer bedeckt mit einer Schicht grau-schwarzer Vulkanasche.
Die Weinberge der spanischen Weinregion Castilla y León liegen hoch, auf 500 bis 900 Metern. Der Boden ist karg und das Klima extrem, mit kurzen, harten Wintern und langen, trockenen Sommern; Spätfröste bis ins Frühjahr bedrohen jedes Jahr die Ernte. Die Trauben müssen um jeden Tropfen kämpfen, was ihren Saft reich und konzentriert macht.
Das spanische Ribera del Duero, gewissermaßen die Fortsetzung des portugiesischen Douro-Tals, hat eine spektakuläre Verwandlung durchgemacht. Vor dreißig Jahren waren dort nur eine Genossenschaft und eine Handvoll Weingüter aktiv; heute stehen dort fast 200 moderne Bodegas, die moderne Qualitätsweine machen.
Die Region Rueda liegt etwas westlich von Madrid, Richtung portugiesische Grenze. Es ist ein Bezirk innerhalb der Region Castilla y León, doch anders als anderswo in Castilla y León wird in Rueda fast ausschließlich Weißwein gemacht – nicht nur aus Verdejo, auch der Sauvignon Blanc gedeiht hier hervorragend.
Die Region Toro liegt rund 40 Kilometer von der portugiesischen Grenze entfernt in Castilla y León, entlang des Flusses Duero. Es ist eine sehr alte Weinregion, die erst seit einigen Jahren wieder großes Interesse genießt, dank einer lokalen, dickschaligen Variante der Tempranillo, die hier kraftvolle, fruchtige Rotweine ergibt.
Die Region Katalonien ist eine der aufregendsten Weinregionen Spaniens. Nicht nur, weil hier der spritzige Cava herkommt, sondern vor allem, weil die Winzer ihre Betriebe in den letzten Jahren rasant modernisiert haben und gewagte Experimente nicht scheuen.
Seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts wird in Katalonien mousserender Cava gemacht – in Penedès, um genau zu sein. Die Katalanen haben sich die Methode buchstäblich von der Champagne abgeschaut und machen es bis heute genauso wie ihre französischen Kollegen, auch wenn sie andere Rebsorten verwenden. Doch Penedès ist mehr als Cava: Es ist eine Region, in der sich Dutzende innovative Winzer niedergelassen haben, die auch ausgezeichnete stille Weine machen.
Die Region Priorat ist ein ziemlich unwirtliches Gebiet, eingeklemmt zwischen schroffen Gebirgsketten. Schon die Römer machten dort Wein, doch die Wiederauferstehung von Priorat ließ bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts auf sich warten. Heute werden dort sehr kraftvolle und komplexe Weine gemacht, vor allem aus der Garnacha-Rebe.
Die Region Extremadura, im Westen Spaniens an der portugiesischen Grenze, ist eine der unbekanntesten Weinregionen des Landes. Eine große landwirtschaftliche Zone, in der alles Mögliche angebaut wird, auch Trauben – die meist in uninteressanten Massenweinen landen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die muss man dann eben kennen.
Bis vor einigen Jahren stand Galicien, oberhalb von Portugal an der Atlantikküste, als Weinregion kaum auf der Landkarte. Das hat sich in den letzten Jahren schnell geändert: Heute steht Galicien für modernen, frischen und aromatischen Weißwein. Das liegt vor allem an einer neuen Gesetzgebung, die den Einsatz von Qualitätsreben vorschreibt, mit Godello und Albariño als Zugpferden.
Die Region La Mancha, das Land des Don Quijote, ist eine große, trockene und heiße Ebene südlich von Madrid. Die Winzer müssen dort nicht gegen Windmühlen kämpfen: La Mancha bietet ausgezeichnete Bedingungen für ordentlichen Wein, was die Preise niedrig hält. Früher wurde vor allem Massenwein gemacht, doch das stimmt nur noch teilweise – in La Mancha wird munter experimentiert von talentierten, innovativen jungen Winzern.
Schon seit der Antike wird in La Rioja Wein gemacht. Mönche, die im Mittelalter auf Pilgerfahrt nach Compostela zogen, labten sich am roten Rioja und verbreiteten den Ruhm der Region in ganz Europa. Doch der eigentliche Durchbruch kam im 19. Jahrhundert, als Bordeaux von der Reblausplage heimgesucht wurde: Französische Weinhändler zogen über die Pyrenäen und brachten den Winzern von La Rioja bei, wie sie ihren Wein in kleinen Eichenfässern ausbauen konnten. Das tun sie bis heute.
Einst wuchsen die Trauben bis in die Stadtviertel der spanischen Hauptstadt; heute schmiegen sie sich in gebührendem Abstand um die Stadt. Die kleine Weinregion hat ein typisches Kontinentalklima mit heißen, trockenen Sommern und mäßigem Frost im Winter und ist in der Praxis eine Verlängerung der riesigen Weinregion La Mancha. Es werden etwas nüssige Weißweine aus der Malvar-Rebe gemacht, doch der meiste Wein aus Madrid ist rot oder rosé.
Die Weinberge rund um Murcia sind größtenteils mit der Monastrell (Mourvèdre) bepflanzt. Früher war Murcia ein Lieferant von Massenweinen; das ändert sich. Heute wird in der Region kräftig experimentiert mit recht kraftvollen, ausdrucksstarken Rotweinen – mit guten Ergebnissen.
Das kleine südspanische Yecla ist eine aufstrebende Weinregion. Geschützt von Bergen werden in den trockenen Weinbergen immer mehr schöne Qualitätsweine gekeltert, die zudem (noch) gut erschwinglich sind. Typisch für Yecla sind die würzigen Weine der Monastrell-Rebe.
Die nordspanische Weinregion Navarra grenzt direkt an die Rioja und ist seit jeher bekannt für ihren fruchtigen Rosé. In den letzten Jahren wurde kräftig modernisiert: Ambitionierte Winzer haben neue Rebsorten angepflanzt und konzentrieren sich auf kraftvolle Rotweine mit feiner Struktur und samtigen Tanninen.
Ein Drittel des gesamten spanischen Weins wird in der Umgebung von Valencia gemacht. Der meiste Wein wird exportiert; früher ließ die Qualität hin und wieder zu wünschen übrig, doch das hat sich in den letzten Jahren geändert. Neben großen Massenproduzenten sind jetzt junge Winzer aktiv – aus der Bobal-Rebe werden in Valencia zum Beispiel ganz ordentliche Rotweine gemacht.