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Der Weinbau wurde im heutigen Österreich durch die Römer eingeführt. Im Mittelalter spielte die Kirche eine wichtige Rolle im Weinbau. Nachdem die Weinberge im 19. Jahrhundert von der Reblaus heimgesucht wurden, wurden mehrere neue Rebsorten eingeführt.
Anfang des 16. Jahrhunderts erlebte der Weinbau einen ersten Höhepunkt. Aus dieser Zeit (1526) stammt ein weltberühmter Jahrgang einer Trockenbeerenauslese aus Donnerskirchen im Burgenland, der angeblich bis ins 18. Jahrhundert getrunken wurde. Im 17. Jahrhundert bedrohten Weinsteuern und Kriege den österreichischen Weinbau.
Unter der Führung von Maria Theresia (Bild) besserte sich die Lage im 18. Jahrhundert erneut. Mit Hilfe der Wissenschaft wurden Produktionsprozesse verbessert. Eine allgemeine Alkoholsteuer ersetzte die Weinsteuer. Den Winzern war es erlaubt, ihren Wein zu jedem Zeitpunkt des Produktionsprozesses zu verkaufen. Dadurch kann sehr junger, noch gärender 'Wein' der letzten Ernte bereits im November getrunken werden. Diese Tradition wird bis heute in Österreich und der Slowakei fortgeführt.
1860 wurde in Österreich die erste Weinbauschule der Welt eröffnet: Klosterneuburg (Foto) in Wagram. Das mächtige Österreich spielte in der internationalen Weinwelt eine führende Rolle. Berühmte österreichische Trauben wie Zweigelt und Blauburger wurden aus anderen Trauben in Klosterneuburg gekreuzt. Bis heute ist dieses monumentale Weininstitut führend. Viele österreichische Winzer werden und wurden auf höchstem internationalem Niveau ausgebildet.
Österreich war zu dieser Zeit vor allem ein Land der 'gemischten Zufriedenheit'. In den Weinbergen wurden unterschiedliche Rebsorten gemeinsam angebaut. So wurden sie geerntet – eine Traube reifer als die andere. Bis heute wird die weiße Version dieser besonderen Cuvée im Wiener Weinviertel hergestellt.
Im Jahr 1872 zerstörte die Reblaus, wie auch anderswo in Europa, große Teile der Weinberge. Es wurden andere Rebsorten angepflanzt, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten waren. Der Grüne Veltliner begann seinen Siegeszug und wurde schließlich zum Nationalstolz des Landes.
Zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges war Österreich das drittgrößte Weinexportland der Welt. Doch nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel das Kaiserreich Österreich und nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die österreichischen Weinexporte praktisch zum Erliegen. In den 1950er Jahren wurden in großem Stil Maschinen eingesetzt, um den Weinbau wieder aufzubauen und die Produktion zu steigern. Viele Winzer konzentrierten sich auf billigen süßen Weißwein, der hauptsächlich nach Deutschland und Italien exportiert wurde.
1985 versetzte der 'Frostschutzskandal' den österreichischen Weinexporten einen schweren Schlag. Es stellte sich heraus, dass einige unseriöse Hersteller ihre Weine künstlich süßten. Der Skandal wurde in der internationalen Presse ausführlich behandelt. Die Exporte kamen fast vollständig zum Erliegen.
Rückblickend hat der Weinskandal einen enormen Qualitätsschub gebracht. Die Winzer begannen zunehmend, trockene weiße und rote Qualitätsweine zu produzieren. Um die Qualität der Produktion zu gewährleisten, wird das seitdem geltende, sehr strenge österreichische Weingesetz strikt eingehalten. Die Winzer legen großen Wert auf hohe Qualität. Und das wird belohnt. Österreich gilt erneut als eines der interessantesten Weinländer der Welt und ist zurück auf der Landkarte. Grüner Veltliner ist angesagt, Weinmagazine sind voll mit Artikeln über österreichischen Wein und das Interesse der breiten Öffentlichkeit, das Weinland Österreich zu entdecken, ist größer denn je.
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