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Imeretien im Westen Georgiens ist die zweitgrößte und wahrscheinlich vielfältigste Weinregion des Landes. Zwischen den Bergen des Kaukasus liegen Weinberge in stark wechselnden Höhenlagen und auf ganz unterschiedlichen Böden, in einem feuchten Klima, das vom Schwarzen Meer gemildert wird. Die Weine werden im Churi, dem hiesigen Tongefäß, bereitet, mit kürzerem Schalenkontakt als in Ostgeorgien. Das ergibt leichtere und frischere Weine. Weiße Rebsorten wie Tsolikouri, Tsitska und Krakhuna geben den Ton an. Lange stand die Region im Schatten Kachetiens, und bei vielen kleinen Erzeugern ist der Weinbau noch in der Entwicklung. Dennoch gehört Imeretien zu den vielversprechendsten Weinbaugebieten Georgiens.

Rund siebzig Prozent Imeretiens bestehen aus bewaldeten Bergen. Die Weinberge verteilen sich über die ganze Region: in Tälern, an Hügelausläufern und an Hängen zwischen 80 und 800 Metern Höhe. Die Region liegt zwischen dem Großen und dem Kleinen Kaukasus und wird im Osten vom Lichi-Gebirge und im Süden vom Meschetischen Gebirge begrenzt. Im Westen grenzt Imeretien an Samegrelo.
Im 19. Jahrhundert war Imeretien eine Handelsroute zu den Häfen im Westen. Von Vartsikhe aus ging der Wein per Bahn ins Ausland. Rebsortenreine Weine waren selten; die Bauern mischten rote Trauben wie Otskhanuri Sapere unter helle Weine, um ihnen mehr Farbe zu geben. Ab den 1870er-Jahren pflanzte man Hybridreben gegen Pilzkrankheiten, doch gerade diese brachten möglicherweise die Reblaus mit, die 1881 auftauchte. Nach der Umstellung auf amerikanische Unterlagen förderte das Sowjetregime Krakhuna für Weine im Madeira-Stil sowie Tsolikouri und Tsitska für Schaumwein.
Das Klima Imeretiens ist gemäßigt feucht: kühler und nasser als in Ostgeorgien, mit milden Wintern und heißen Sommern. Das Schwarze Meer gleicht die Temperaturen aus, sodass auch spät reifende Sorten gut ausreifen. Der Klimawandel sorgt für wärmere Winter mit weniger Schnee, aber mehr Regen. Die Böden sind sehr vielfältig, überwiegend mit vulkanischem Ausgangsgestein, daneben Sandstein und Tonschiefer. Im Osten finden sich kalkreiche und gelbe Böden, im Westen rote Böden und Terra rossa. Die meisten Weinberge stehen auf schweren Tonböden, die reich an Mangan sind, einem wichtigen Nährstoff für die Rebe.
Die Qvevri heißt hier Churi. Anders als in Kachetien kommen nur wenige Stängel mit in den Churi, und der Schalenkontakt beschränkt sich auf die Gärung. Dadurch sind die Weine weniger schwer als anderswo. Die wichtigsten weißen Sorten sind Tsolikouri, Tsitska und Krakhuna. Chinuri und Mtsvane werden für Schaumwein verwendet. Bei den roten Sorten reicht die Bandbreite vom kräftigen, tanninreichen Otskhanuri Sapere bis zu leichteren Sorten wie Dzelshavi, Ojaleshi und Aladasturi. Auch vergessene Sorten wie Kundza und Mgaloblishvili finden heute wieder die Aufmerksamkeit der Winzer.
Imeretien steht schon lange im Schatten Kachetiens. Bereits 1898 wurde festgestellt, dass die Trauben gut seien, der Wein aber primitiv bereitet werde. Auch heute ist der Weinbau bei kleinen Erzeugern, oft autodidaktischen Hobbywinzern, noch voll in der Entwicklung. Die Perspektiven sind gut, denn die Rebsorten Imeretiens gehören zu den spannendsten Georgiens.
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